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Am zweiten Januarwochenende
veranstaltete der Hessische Landesverband Motorbootsport sein
Umweltseminar, vorbereitet, durchgeführt und moderiert durch den
Umweltbeauftragten des HELM, Herrn Dr. Arno Grau. 37 Teilnehmer aus 16
HELM - Mitgliedsvereinen fanden den Weg nach Wiesbaden. In seiner
Begrüßung wies er die Umweltbeauftragten der Vereine auf die
„Individuelle Blaue Flagge“ hin. Sie ist das Symbol des umweltgerechten
Fahrens auf dem Wasser. Mitglieder aus 13 hessischen Vereinen haben die
„Individuelle Blaue Flagge“ im Jahre 2011 beantragt. Hierbei sind Regeln
für den Umgang mit dem Boot zu beachten und einzuhalten. So sind unter
anderem Naturschutzgebiete und andere sensible Bereiche, wie Naturparks,
Vogelschutzgebiete oder Fischruhezonen zu respektieren und die dort
geltenden Regeln zu beachten. In Röhrichtbestände, Schilfgürtel und
andere dicht bewachsene Uferpartien darf nicht eingefahren werden,
sondern es ist ein ausreichender Abstand einzuhalten. Auch in
ausgewiesenen „Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung“ ist
besonders rücksichtsvoll zu fahren, um etwa vorhandene Lebensstätten von
Tieren und Pflanzen nicht zu schädigen. Die „Individuelle Blaue Flagge“
für Sportbooteigner ist bei Einhaltung der Verpflichtungserklärung
zeitlich unbegrenzt gültig und kann bei Dr. Arno Grau beantragt werden.
Auch in diesem Jahr konnte Dr. Grau
wieder hochkarätige Referenten zu interessanten Themen gewinnen. Er
konnte unter den Anwesenden auch den Präsidenten des Hessischen
Landesverbandes, Michael Wagner, begrüßen. Dieser berichtete über
Wissenswertes aus dem Deutschen Motoryachtverband (DMYV) und dem
Hessischen Landesverband Motorbootsport (HELM) und bezog sich dabei vor
allem auf den Bereich des Umweltschutzes. So sprach er über die Themen:
Vorschriften zu Unterwasseranstrichen auf EU-Ebene, geplante
Einleitungsverbote und den Stand der Aktivitäten bei der Umsetzung der
WRRL. Auch die geplante Reform der WSV könnte Auswirkungen auf die
Umwelt haben, da die bestehenden Einleitungsgenehmigungen für Klärwerke
in renaturierten Flüssen ihre Gültigkeit verlieren könnten. Eine Reihe
von Flüssen und Flussabschnitten in Hessen sind von den Planungen
betroffen. Der HELM ist zurzeit auch damit beschäftigt,
Wasserwanderplätze am Main zu schaffen. Hier muss noch viel
Überzeugungsarbeit bei den verschiedensten Stellen, wie u.a. dem Wasser-
und Schifffahrtsamt und dem Planungsverband, geleistet werden.

Von Herrn Dr. Christoph Balin von der
Fa. Torqeedo wurden aus erster Hand Informationen übermittelt zum Thema
batteriebetriebene Außenbordmotoren. Die Firma Torqeedo produziert die
effizientesten elektrischen Außenbordmotoren der Welt. Es gibt 13
Antriebe von 1 bis 15 PS und damit ist ein Anfang für die
Elektromobilität auf dem Wasser gemacht. Der Trend zur Elektromobilität
zu Lande und zu Wasser ist unübersehbar. Mit seiner integrierten
Lithium-Batterie und seiner überragenden Effizienz ist der Travel die
einzige Alternative zu einem kleinen Benzin-Außenborder.
Er bietet den gleichen Nutzen und ein
paar zusätzliche Vorteile.
Er
kann das, was ein 1,5 / 3 PS
Benzin-Außenborder auch kann, ist aber umweltfreundlicher, leiser,
leichter, komfortabler und vollständig wasserdicht. Der
Elektroaußenborder hat einen Bord-Computer mit GPS basierter Berechnung
der verbleibenden Reichweite. Die Lithium-Batterie kann mit einem
Solarladegerät, auch während der Fahrt, aufgeladen werden.
Bei den Leistungsangaben der Motoren setzt Torqeedo auf Transparenz. Die
Leistung eines Antriebs bemisst sich zunächst danach, wie viel Leistung
er tatsächlich zur Bewegung des Bootes zur Verfügung stellt. Diese
Leistung wird als Nutzleistung oder
Vortriebsleistung
bezeichnet. Sie ergibt sich aus Kraft mal Geschwindigkeit und kann in
Watt oder in PS angegeben werden.

Mit Hilfe einer Powerpräsentation berichtete Dr. Burkhard Watermann von
der Fa. LimnoMar über die Unterwasserreinigung von Sportbooten. LimnoMar
wurde im September 1991 von Dr. Burkhard Watermann als ein unabhängiges
Labor für limnische / marine Forschung und vergleichbare Pathologie
gegründet. Der Sitz des Labors ist Hamburg. Seit 2002 verfügt LimnoMar
über eine eigene Bewuchsstation im Hafen von Norderney. An den Booten
bilden sich bei längeren Liegezeiten Biofilme in verschiedenen Formen
und diese können sehr hartnäckig sein, durch den hohen Kalkgehalt können
diese Biofilme eine Kalkkruste bilden. Zur Entfernung wurden
halbautomatische, stationäre Anlagen mit rotierenden Bürsten oder
Wasserhochdruck errichtet. Die Installation ist sehr teuer und es gibt
auch biologische Probleme - wohin mit dem Dreckwasser? Zurzeit gibt es
Probebetriebe in Bremerhaven und in Frankreich. Verschiedene stationäre
Systeme wurden in den letzten 20 Jahren entwickelt und sind gescheitert.
Die Reinigung fördert die Bewuchsbildung. Bei einer Bewuchsbildung muss
umgehend wieder gereinigt werden, da lang anhaftender Bewuchs sonst auf
diese Weise nicht mehr entfernt werden kann. Ausgefeilte
Reinigungstechniken gibt es bisher nur in der professionellen
Schifffahrt. Antihaftbeschichtungen wirken nur durch Bewegung oder
Anströmung. Zum Reinigen eignen sich mehrere Dinge, so zum Beispiel ein
Hochdruckreiniger mit rotierenden Bürsten. Eine wirkliche Lösung für die
Sportschifffahrt ist zurzeit noch nicht verfügbar.

Ein weiterer Punkt auf der Tagessordnung war die Vermeidung von
Schimmelbildung an Bord. Das Referat sollte
Dr. André Peylo von der Fa. lavTOX
halten, doch leider war er aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Dr.
Arno Grau übernahm diesen Part und ging auf die Materie ein. Algen und
Schimmelpilze sind einfache Organismen, die sich bei ausreichender
Feuchte auf allen organischen Materialien ansiedeln können. Die
Feuchtebedingungen liegen oberhalb 70-80% Luftfeuchte. Die Fa. lavTOX
bietet ein Produkt an, das sich zur Bekämpfung von Schimmel, Algen und
Moosbildung eignet. Zugleich ist es auch vorbeugender Schutz. Zur
Anwendung streicht man die Fläche ein und die Reinigung des Decks
erfolgt durch die natürliche Bewitterung (UV-Bestrahlung und Regen),
ohne Bewitterung gibt es keine sichtbare Veränderung.
Nach
einer kurzen Mittagspause referierte der Vizepräsident des
Landesverbandes Motorbootsport Baden-Württemberg, Herr Peter Haag, über
das Thema „Strom an Bord“. Zuvor überbrachte er die Grüße vom Präsidium
des LMBW, verbunden mit einer Einladung zur Sternfahrt Süd-West zum
Motoryacht-Club Kurpfalz e.V. Mannheim vom 26.-28. Mai 2012.
Ausgerichtet wird diese vom MCK Mannheim, dem DMYV und dem Landesverband
Motorbootsport Baden-Württemberg. Peter Haag informierte mit einer gut
strukturierten Powerpointpräsentation das Thema „Elektrische Systeme an
Bord“ und erläuterte Arten von Batterien - Starterbatterien und
Verbraucherbatterien -, Ladung von Batterien, Anlasser, Ladegeräte,
Verkabelung an Bord, Starthilfe. Er wies dabei auf viele
Fehlermöglichkeiten hin und zeigte Wege auf, diese zu finden und zu
beseitigen. Die lebhaften Diskussionen zeigten das Interesse der
Teilnehmer an diesem Thema.
Es war eine interessante Veranstaltung und die aus ganz Hessen und von
benachbarten Vereinen aus Rheinland-Pfalz angereisten Umweltbeauftragten
und Vorstände zogen abschließend ein positives Resümee.

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